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Allgemein wird in der lexikalischen Semantik verbale Gewalt in den Zusammenhang mit Pejoration gestellt. In Abhandlungen darüber findet man oft die Frage, ob die Pejoration in das Sprachsystem selbst eingebaut ist oder nur durch den Gebrauch, d.h. in konkreten Handlungssituationen aktualisiert wird. Auf eine einfache Formel gebracht kann diese Problematik als Dichotomie zweier Ansätze dargestellt werden, der semantischen und der pragmatischen Sichtweise. Eine semantische Beschreibung geht von einem abstrakten Sprachbegriff des Zeichensystems aus und definiert die Wertung als kontextunabhängigen Bestandteil der Wortbedeutung, die ins Sprachsystem integriert ist. In pragmatischen und kommunikationsorientierten Theorien, die Sprache grundsätzlich als sozial determiniertes und auf die Kommunikation bzw. Interaktion ausgerichtetes Phänomen verstehen, werden kontextabhängige oder situative Bedingungen der Bewertung, verstanden als Ausdruck sprachlicher Tätigkeit, analysiert. Am Beispiel der sprachlichen Diskriminierung, die als Akt verbaler Gewalt gilt, wird im vorliegenden Beitrag auf diese Fragestellung näher eingegangen, um zu zeigen, dass sich beide Sichtweisen – die semantische und pragmatische - nicht ausschließen, sondern dass sich das Kognitive und Soziale in der Sprache bedingen und gegenseitig beeinflussen bzw. dass gesellschaftliche Verhältnisse, Denken und Sprache miteinander in Wechselbeziehung stehen. Die Analyse bezieht sich auf pejorative Personenbezeichnungen, d.h. lexikalische Einheiten zur negativen Bewertung. Unter Anführung relevanter Positionen zu dieser Problematik werden eigene Erkenntnisse dargestellt und reflektiert sowie an Beispielen, die vorangegangenen eigenen Korpusuntersuchungen (Stojić/ Pavić Pintarić, 20151 und Stojić/ Brala- Vukanović, 20172 ) entstammen, illustriert |